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Uni München: Unterstützung der Kinderwunsch-Behandlung durch Hypnose

Hypnose macht schwanger

Das ist zumindest das Ergebnis einer Studie, die in einem israelischen IVF-Zentrum durchgeführt wurde.

Dr. Eliahu Levitas vom Soroka University Medical Center in Beer Sheva und seine Kollegen hypnotisierte Frauen, die sich einer IVF-Behandlung vor der Rückgabe der Embryonen in die Gebärmutter (Transfer) und erzielte damit Schwangerschaftsraten von mehr als 50% im Vergleich zu ca. 30% ohne Hypnose.

Hypnose wird im Rahmen von medizinischen Maßnahmen häufig erfolgreich durchgeführt, vor allem bei zahnärztlichen Behandlungen kann man von einer inzwischen etablierten Methode sprechen. Stress- und Schmerzverminderung sind die wichtigsten positiven Folgen einer Hypnose bei medizinischen Behandlungen.

Um herauszufinden, ob dies auch bei einer künstlichen Befruchtung “fruchtet”, wurde bei 89 Frauen in 98 Behandlungszyklen eine Hypnose durchgeführt und mit den Ergebnissen von weiteren 96 Paaren verglichen, bei der die gleiche Behandlung ohne Hypnose erfolgte.

Ein in Hypnosebehandlung ausgebildeter Arzt bat die Frauen an eine erfreuliche Erfahrung in ihrer Vergangenheit zu denken und dies dann auch während des Transfers zu tun. Sie wurden unter Hypnose angewiesen, den Transfer der Embryonen als die Ankunft von willkommenen und lang erwarteten Gästen zu sehen. Bevor die Patientinnen nach dem Transfer wieder aus der Hypnose entlassen wurden, instruierte man sie entspannt und optimistisch zu bleiben.

Geschah der Transfer unter Hypnose, so trat in 53% der Behandlungen eine Schwangerschaft ein. Im Vergleich dazu nur bei 30,2% der IVF-Zyklen ohne Hypnose.

Die Ärzte können nur spekulieren, um diesen Unterschied in den Erfolgsraten zu erklären. Ob es nun die Entspannung der Gebärmutter ist oder der mögliche Einfluss auf das Immunsystem, lässt sich gegenwärtig nicht sicher beurteilen.

Die Wissenschaftler wiesen darauf hin, dass die beiden untersuchten Gruppen bei den wesentlichen Faktoren, die auf eine Erfolgsrate Einfluss nehmen können, keine Unterschiede aufwiesen. Dies galt jedoch nicht für die Dauer der Kinderlosigkeit, die in der Kontrollgruppe ohne Hypnose im Durchschnitt länger war. Durch statistische Analysen der Ergebnisse konnte dennoch die Hypnose als unabhängiger und statistisch signifikanter Einflussfaktor bestimmt werden. Daher schlossen sie mit dem in solchen Fällen üblichen Statement, dass eine größere Studie mit einer höheren Fallzahl notwendig sein wird, um die Wirkung der Hypnose bei der IVF sicher beurteilen zu können.

Kürzlich berichtete auch bereits die Universität Großhadern von ähnlich guten Erfolgen mit der Hypnose

Levitas E, Parmet A, Lunenfeld E, Bentov Y, Burstein E, Friger M, Potashnik G.
Impact of hypnosis during embryo transfer on the outcome of in vitro fertilization-embryo transfer: a case-control study.
Fertil Steril. 2006 May;85(5):1404-8.
Quelle:http://www.kinderwunsch-uni-muenchen.de/show_article.php?articleid=4

Hypnose statt Vollnarkose

Kein Hokuspokus: Hypnose statt Spritze

Eine Schilddrüsenoperation in der Universitätsklinik von Lüttich: Narkoseärztin Marie Faymonville setzt Hypnose einvergrößern Hypnotische Trance beeinflusst das Schmerzempfinden, das weiß man seit Jahrhunderten. Schamanen, Medizinmänner und Fakire nutzten und nutzen sie zu diesem Zweck, bei anderen oder bei sich selbst. Jedoch haftet der Hypnose hartnäckig das Image von Voodoo oder Varieté an. Dabei nutzt die Medizin schon seit 20 Jahren Hypnose als Narkosemethode. In Deutschland sind es vor allem Zahnärzte, die Hypnose bei Angstpatienten oder bei Menschen anwenden, die gegen die üblichen Betäubungsmittel allergisch sind. Selbst chirurgische Eingriffe an Kiefer und Gesicht kann man damit vornehmen, wie an der Uniklinik in Lübeck. Die Hypnose hat hier ein enormes Potenzial, bisher in Deutschland allerdings kaum genutzt. Doch an der Universitätsklinik in Lüttich in Belgien hat die Narkoseärztin Marie-Elisabeth Faymonville Hypnose bereits rund 5.000 Mal bei verschiedenen Operationen erfolgreich eingesetzt. Dass es klappt, beweist die Zahl der erfolgreichen Eingriffe - warum und wie genau es funktioniert, untersucht die Ärztin an der Universität Lüttich gemeinsam mit einem Team von Hirnforschern.

Schmerzen für die Wissenschaft

Im PET messen die belgischen Forscher, welche Hirnregionen bei der Schmerzverarbeitung besonders aktiv sindvergrößern Die freiwilligen Probanden müssen sich zuerst einer recht unangenehmen Prozedur unterziehen: mit einer kleinen Elektrode auf dem Arm wird ihnen schmerzhaft eingeheizt. So finden die Forscher die individuelle Schmerzgrenze jedes einzelnen heraus. Im Durchschnitt sind 48,5 C nötig, damit es richtig weh tut. Ohne Ablenkung, im normalen Wachzustand, bewerten die Probanden diesen Schmerz auf einer Skala von 1 bis 10 im Schnitt zwischen 6 und 7. Diesen Schmerzreiz fügen Faymonville und ihr Team den Probanden einige Male zu, während die Testpersonen in einem Positronenemissionstomographen, kurz PET, liegen. Mit diesem Gerät können die Wissenschaftler messen, welche Hirnregionen während der Verarbeitung der Schmerzreize besonders aktiv sind. In zwei Kontrollversuchen sollen die Probanden sich während der Prozedur entweder einfach nur entspannen oder sich intensiv an ein schönes Erlebnis erinnern, zum Beispiel aus ihrem letzten Urlaub. Nach dem Versuch sollen sie bewerten, wie intensiv der Schmerz für sie war, und wie unangenehm sie ihn empfunden haben. In beiden Kategorien geben die Testpersonen dem Reiz im Schnitt die gleiche Punktzahl wie im Vorversuch.

Alles nur noch halb so schlimm

Marie-Elisabeth Faymonville hypnotisiert ihre Testperson bevor der Schmerzreiz kommt. Die Folge: er wird kaum noch wahrgenommenvergrößern Dann kommt das Hypnoseexperiment: Marie-Elisabeth Faymonville hilft ihren Probanden zunächst, in eine hypnotische Trance hinüber zu gleiten. Es ist ein Vorurteil, dass der Hypnotiseur bei der Hypnose sein "Medium" als passives Objekt in Trance versetzt und ihm dann womöglich seinen Willen aufzwingen kann. Jemanden gegen seinen Willen zu hypnotisieren ist unmöglich. Während der Hypnose ist der Hypnotisierte bei Bewusstsein und keineswegs ohne jede Kontrolle über sich selbst. Er ist aber in einem anderen Bewusstseinszustand, sein mentaler Fokus ist nicht im Hier und Jetzt, sondern in der Situation, in die er sich vom Hypnotiseur hat führen lassen. Er sieht, hört und fühlt alle Sinneseindrücke aus dieser Situation so, als würden sie in diesem Moment passieren. Das haben Gehirnmessungen an zahlreichen Testpersonen gezeigt. Die Realität verschwindet für den Hypnotisierten dabei nicht völlig, sie wird aber stark zurückgedrängt. Mit einem Scanner für die Augenbewegungen testet Marie-Elisabeth Faymonville, ob ihre Probanden tatsächlich in hypnotischer Trance sind und dann kommt wieder die kleine Heizelektrode zum Einsatz, ein erneuter kleiner Schmerz. Doch unter Hypnose empfinden ihn die Probanden im Durchschnitt in punkto Intensität nur 2 3 auf der Skala, im Vergleich zu vorher 6 bis 7 Punkten. Was die Bewertung als unangenehm angeht, stufen sie ihn sogar nur mit 2 ein.

Ins Gehirn geschaut

Faymonville und ihre Kollegen haben inzwischen schon viele Probanden getestet. Aus den Ergebnissen entstand eine Modellvorstellung dafür, was unter Hypnose im Gehirn passiert, wenn dort Schmerzreize eintreffen und verarbeitet werden: Im normalen Wachzustand laufen Schmerzreize aus dem Körper über das Rückenmark ins Gehirn und landen dort zuerst in einer Region im Zwischenhirn, die auch als "Tor zum Bewusstsein" bezeichnet wird, im so genannten Thalamus. Von dort aus gelangen sie in höhere Hirnzentren. Ist man in Hypnose, wenn ein Schmerzreiz eintrifft, werden zusätzlich zwei Regionen in einem anderen Bereich des Gehirns besonders aktiviert, nämlich im so genannten limbischen System. Sie liegen im so genannten cingulären Cortex und werden als pACC und aMCC bezeichnet. Der pACC hat eine intensive Verbindung zur Zentrale der körpereigenen Schmerzabwehr im Stammhirn. Er schickt unter Hypnose verstärkt Nervenimpulse dort hin.

Schmerz wird unter Hypnose anders bewertet

Die Vorgänge im Gehirn bei der Schmerzwahrnehmung unter Hypnose Die köpereigene Schmerzabwehr wird dadurch aktiviert, sie sendet hemmende Nervenimpulse hinunter ins Rückenmark und sorgt für die Ausschüttung körpereigener Schmerzmittel, so genannter endogener Opiate. Das Ergebnis: weniger Schmerzreize dringen bis zum Gehirn durch. Und was an Schmerzreizen noch dort ankommt, wird anders verarbeitet. Denn kurz nachdem durch die Hypnose die zweite Region im limbischen System, der aMCC, verstärkt aktiviert wird, erhöhen auch zahlreiche andere Zentren im Gehirn ihre Aktivität. Es handelt sich dabei um Regionen, die dafür zuständig sind, wie der Schmerz wahrgenommen und erkannt wird, wie er emotional bewertet wird und ob bzw. wie der Körper darauf reagiert. Ihre erhöhte Aktivität hat zur Folge, dass das Bewusstsein dem Schmerz unter Hypnose weniger Bedeutung zumisst als im normalen Wachzustand. Zurzeit untersucht das Lütticher Forscherteam, wie diese einzelnen Hirnregionen bei der Schmerzwahrnehmung unter Hypnose genau zusammenspielen.

Ismeni Walter

http://www.quarks.de/dyn/26015.phtml

 

WDR Sendung vom 22.11.2005

 

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„Die Wirksamkeit von Suggestionen ist in vielen empirischen Studien nachgewiesen worden.“

Dt. Ärzteblatt 03/05

 

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Die Geburtsvorbereitung mit Hypnose erleichtert die Entbindung

Coesfeld- Eine Geburtsvorbereitung mit Hilfe von Hypnose erleichtert Frauen die Entbindung. Das ist das Ergebnis einer Studie an acht deutschen Kliniken. Die Wissenschaftler hatten unter Leitung der Vizepräsidentin der Deutschen Gesellschaft für Hypnose, Helga Hüsken-Janßen, die Wirksamkeit der so genannten hypnoreflexogenen Geburtsvorbereitung an 200 Frauen untersucht. Bei dieser Methode werden im letzten Drittel der Schwangerschaft in Einzel- oder Gruppensitzungen die einzelnen Phasen der Geburt durchgespielt.

"Die Frauen machen vor der Niederkunft quasi einen Probelauf in Trance", sagte Helga Hüsken-Janßen. Das Ergebnis: Bei Frauen, die sich mit Hilfe von Hypnose vorbereiteten, verkürzte sich die Dauer der Geburt im Durchschnitt um etwa zwei Stunden. Zugleich hatten sie weniger Angst, benötigten weniger Schmerzmittel und erlebten die Entbindung insgesamt positiver: 83 Prozent der hypnotherapeutisch vorbereiteten Mütter beschrieben ihr Befinden kurz nach der Geburt als ausgesprochen stolz, glücklich und zufrieden. Bei Frauen ohne diese Vorbereitung lag der Wert nach Angaben der Hypnotherapeutin mit 52 Prozent deutlich niedriger.

Laut Helga Hüsken-Janßen konnten 13 Prozent der Mütter noch am Tag der Entbindung die Klinik verlassen, drei Mal mehr als in der Kontrollgruppe. Fast 40 Prozent der hypnotherapeutisch vorbereiteten Frauen hatten zudem keinerlei Angst vor der Geburt verspürt. Bei der Vergleichsgruppe waren es den Angaben zufolge nur zwölf Prozent. AP

Die Welt", 29.11.03

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Die Wiedergeburt der natürlichen Geburt: „Hypnotherapie“ macht das Kinderkriegen leichter

Hamburg (dpa/fwt) – „In freudiger Erwartung“ oder „voll guter Hoffnung“ lauten die etwas angestaubten Umschreibungen für Frauen in der Schwangerschaft. Beim Gedanken an die bevorstehende Geburt verfallen aber einige Frauen eher in schlichte Panik denn in entspannte Hochstimmung. Die Angst vor dem, was vor ihnen liegt, vor den Schmerzen der Geburt und möglichen Komplikationen können die Schwangerschaft – auch bei noch so großer Freude auf den Nachwuchs – deutlich vermiesen.

Hypnose in der Geburtsvorbereitung könnte diesen Frauen helfen, der Geburt entspannter entgegenzusehen und sie leichter zu bewältigen, zeigt eine neue Untersuchung, die die Coesfelder Diplom-Psychologin Helga Hüsken-Janßen gemeinsam mit der Universität Tübingen und dem Westfälischen Institut für Hypnose und Hypnotherapie an acht deutschen Kliniken durchgeführt hat. Knapp 200 Frauen nahmen an der Studie teil, in der die Wirksamkeit der „hypnoreflexogenen Geburtsvorbereitung“ untersucht wurde.

Schneller, leichter, schöner

Das Ergebnis: Bei Frauen, die sich mit Hilfe der Hypnose auf die Geburt vorbereitet hatten, verkürzte sich die Dauer der Geburt, sie benötigten weniger Schmerzmittel und erlebten die Geburt insgesamt positiver als die Kontrollgruppe. Von dem Verfahren, das bereits in den 1970er Jahren in Amerika entwickelt wurde, scheinen besonders Erstgebärende zu profitieren. Bei diesen Frauen traten die positiven Effekte am deutlichsten zutage.

Kernpunkt der hypnoreflexogenen Geburtsvorbereitung sind therapeutische Einzel- oder Gruppensitzungen, an der die Schwangeren im letzten Drittel der Schwangerschaft teilnehmen. Unter Hypnose werden die einzelnen Phasen der Geburt während dieser Sitzungen durchgespielt. „Die Frauen machen quasi einen Probelauf in Trance“, sagt Helga Hüsken-Janßen. Dieses Training mache die Frauen sicherer.

Teufelskreis durchbrechen

Zusätzlich würden negativ belegte Begriffe, die im Zusammenhang mit der Geburt auftauchen, ausgetauscht. „Den Begriff `Wehe´ zum Beispiel verbinden die meisten mit `weh tun´“, sagt die Diplom-Psychologin. Bei den Hypnotherapeuten heißen die Wehen Kontraktionen. „In der Trance erfahren die Frauen dann, dass Kontraktionen nicht notwendigerweise schmerzen müssen.“ Der Kreislauf aus Angst, die zur Anspannung und dann zu verstärkten Schmerzen führe, könne so durchbrochen werden. Die Geburt selber finde bei vollem Bewusstsein statt. Die Frauen könnten zwar die Selbsthypnosetechniken anwenden, die sie zuvor gelernt haben, um die Schmerzen zu mildern. Zwingend sei das jedoch nicht.

Bei allen hypnotherapeutisch vorbereiteten Frauen nahm die Dauer der Eröffnungsphase der Geburt ab. Bei den Erstgebärenden betrug sie sogar ganze zwei Stunden weniger als bei der Kontrollgruppe. „Dass der Effekt so prägnant ist, hätte ich selbst nicht für möglich gehalten“, sagt Hüsken-Janßen, die auch Vizepräsidentin der Deutschen Gesellschaft für Hypnose ist. Ebenfalls statistisch deutlich unterschied sich die Schmerzempfindung der Gebärenden: Während rund 80 Prozent der Kontrollgruppe angaben, „fürchterlich starke“ Schmerzen gehabt zu haben, waren es bei den hypnotisch vorbereiteten Frauen weniger als 50 Prozent.

Sie benötigten folglich auch weniger Schmerzmittel. 45 Prozent verzich-teten ganz auf schmerzlindernde Mittel, bei der Kontrollgruppe waren es nur rund 32 Prozent. Bei den frisch gebackenen Müttern kommt das, logischerweise, gut an: Etwa 80 Prozent sagten, sie würden die Geburt mit hypnotherapeutischer Vorbereitung noch einmal machen. 13 Prozent dieser Mütter konnten noch am Tag der Geburt die Klinik verlassen, drei Mal mehr als in der Kontrollgruppe.

Stalin ließ Schwangere hypnotisieren

Der Ursprung der Hypnose in der Geburtsvorbereitung liegt scheinbar in Russland. Im Fachblatt „American Journal of Clinical Hypnosis“ (Bd. 24,
S. 149) zeichne der Amerikaner William Werner die Entwicklung der Methode nach, berichtet Hüsken-Janßen. Demnach habe der Arzt Platonow die Hypnose in den 1920er Jahren dort regelmäßig bei Schwangeren angewandt. Als Stalin von den Erfolgen hörte, soll er dann ein landesweites Programm gestartet haben, in dem er alle schwangeren russischen Frauen auf ihre Empfänglichkeit für die Hypnose testete.

Nachdem sich die Methode zunächst über Frankreich, Lateinamerika und schließlich Amerika verbreitete, geriet sie schließlich in Vergessenheit. Hauptsächlich die Verfügbarkeit schmerzstillender Medikamente verdrängte dieses Verfahren der „natürlichen Geburt“. „Heute nimmt das Interesse der Frauen daran wieder zu“, sagt Hüsken-Janßen. Damit scheint auch das „Hokus-Pokus“-Image, das der Hypnose lange Zeit anhaftete, allmählich zu verblassen. „In Deutschland erleben wir derzeit eine Renaissance hypnotherapeutischer Verfahren“, sagt auch Hanne Seemann von der Abteilung für Medizinische Psychologie des Universitätsklinikums Heidelberg. Die Akzeptanz des Verfahrens habe in der wissenschaftlichen Gemeinschaft rasant zugenommen.

Schmerzpatienten brauchen weniger Medikamente

Außer in der Psychotherapie wird die Hypnose in erster Line in der Schmerztherapie angewandt. Kürzlich zeigten Göttinger Wissenschaftler, dass sich bei chronischen Schmerzpatienten die Einnahme von Schmerzmedikamenten mit Hilfe der Hypnose drastisch reduzieren lässt. Sie unterwiesen ihre Patienten in Selbsthypnose. Auch noch drei Monate nach Abschluss der Behandlung benötigten die Schmerzpatienten 60 bis 75 Prozent weniger schmerzstillende Medikamente. Das seien bedeutende Werte, insbesondere angesichts der rund sieben Millionen Menschen, die in Deutschland unter chronischen Schmerzen leiden, sagt der Studienleiter Stefan Jacobs vom Georg-Elias-Müller-Institut für Psychologie der Universität Göttingen.

Auch in der Zahnmedizin ist die Hypnose mittlerweile recht verbreitet, zahlreiche Praxen bieten sie besonders solchen Patienten an, die unter panischer Zahnarztangst leiden. Hypnose kann also bei einer Reihe medizinischer Fragestellungen angewandt werden. Untersuchungen haben gezeigt, dass in der Trance die Anspannung von Muskeln nachlässt, Herzfrequenz und Blutdruck, sowie der Gehalt an Stresshormonen sinkt. Der Körper wird so in einen tiefen Entspannungszustand versetzt, in dem Schmerzen aus dem Bewusstsein verbannt werden können.

Derzeit übernehmen die Krankenkassen die Kosten für die hypnotherapeutische Geburtsvorbereitung nicht. Die Wissenschaftler um Helga Hüsken-Janßen planen, zunächst verstärkt Gynäkologen mit der hypnoreflexogenen Geburtsvorbereitung vertraut zu machen. Anschließend sollen dann auch Hebammen darin ausgebildet werden. Die könnten von dem Verfahren auf ganz eigene Weise profitieren: Hebammen, die an der Coesfelder Untersuchung teilgenommen hatten, bezeichneten 88 Prozent der hypnotherapeutisch vorbereiteten Erstgebärenden als „unkompliziert“.

Anja Garms

"Gynäkologie und Geburtshilfe" Ausgabe 05/2003

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Trance im Kreißsaal- Leichtere Geburt durch Hypnose?

Sonderbar eigentlich, dass die Idee nicht schon viel früher „geboren“ wurde: Unter Hypnose ein Baby zur Welt bringen. Ein Saarländer Krankenhaus will nun künftig Schwangeren durch „die Reise nach innen“ die Geburt erleichtern.

Psychologen haben den Kreißsaal als Einsatzgebiet für Hypnose entdeckt. An einem Krankenhaus im Saarland will die Milton Erickson Gesellschaft für klinische Hypnose (MEG) Schwangeren auf diese Weise die Geburt erleichtern. „Die Frauen haben die Schmerzen dann besser im Griff“, sagte Liz Lorenz-Wallacher, die Leiterin des MEG-Instituts in Saarbrücken. Sie habe einigen schwangeren Frauen bereits Selbst-Hypnose beigebracht, berichtete sie bei einem Kongress der Milton-Erickson-Gesellschaft (München) im hessischen Bad Orb. Größere Versuche oder aktuelle Studien darüber gebe es jedoch noch nicht.

Die Bewusstseinsveränderung in Trance gilt in der Psychotherapie als anerkanntes Verfahren und wird eingesetzt, um etwa Menschen mit Depressionen und Persönlichkeitsstörungen zu helfen. In zahlreichen Studien sei nachgewiesen worden, dass auch die Schmerzverarbeitung mit Hilfe der Hypnose verbessert werden könne, berichtete Professor Walter Bongartz von der Universität Konstanz bei der MEG-Tagung. Dort diskutierten bis zum Sonntag rund 700 Ärzte, Psychologen und Studenten über die Anwendungsgebiete der Hypnose für therapeutische Zwecke.

Die Psychologin Liz Lorenz-Wallacher ist der Ansicht, dass Hypnose für Geburten bislang viel zu wenig genutzt werde. Die MEG will nun in einem gemeinsamen Projekt mit der Knappschafts-Klinik in Püttlingen zusammenarbeiten. Dort sollen in wenigen Monaten Frauen unter Einsatz von Selbsthypnose ihre Kinder bekommen. Die Frauen, die solche entspannenden Methoden gelernt haben, machten dabei gleichsam „eine Reise nach innen“, bei der positive Vorstellungen und Bilder in den Vordergrund rückten. „Mit der Hypnose kann auch die Dauer der Geburt vor allem bei Erstgebärenden verkürzt werden“, sagte Lorenz-Wallacher. Der Kontakt der Frauen zum Arzt und zur Hebamme gingen dabei nicht verloren.

Solange die Hypnose dazu dient, dem Patienten zu helfen, treten der MEG zu Folge kaum negative Folgen auf. Als anerkanntes Verfahren bei Psychotherapien erstatten die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten einer Hypnose, wie der AOK- Bundesverband in Bonn mitteilte. Ausgeschlossen sei hierbei eine Zahnarzt-Behandlung.

Für unseriös und gefährlich halten Psychologen die Show-Hypnosen. Die MEG sprach sich deshalb für ein Verbot dieser Veranstaltungen aus, die enormen Zulauf hätten. Wie Marionetten führten Freiwillige bei Bühnen-Hypnosen in Discotheken Befehle zur Belustigung des Publikums aus. „Ich rate jedem ab, da mitzumachen“, sagte MEG-Vorsitzender Trenkle. Die Hypnotisierten könnten traumatische Situationen durchleben und danach psychische Probleme bekommen. „Bühnen-Hypnose ist grober Unfug“, kritisierte ein Psychologe der Milton Erickson Gesellschaft.

Quelle: dpa

Baby und Familie“, 06.11.2001

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Mit Hypnose Geburt erleichtern

Psychologen haben den Kreißsaal als Einsatzgebiet für Hypnose entdeckt.

An einem Krankenhaus im Saarland will die Milton Erickson Gesellschaft für klinische Hypnose (MEG) damit Schwangeren die Geburt erleichtern. "Die Frauen haben die Schmerzen dann besser im Griff", sagte die Leiterin des MEG-Instituts in Saarbrücken, Liz Lorenz-Wallacher. Sie habe einigen schwangeren Frauen bereits Selbsthypnose beigebracht, berichtete sie bei einem Kongress der Milton-Erickson-Gesellschaft (München) im hessischen Bad Orb. Größere Versuche oder aktuelle Studien darüber gebe es jedoch noch nicht.

Die Bewusstseinsveränderung in Trance gilt in der Psychotherapie als anerkanntes Verfahren und wird eingesetzt, um etwa Menschen mit Depressionen und Persönlichkeitsstörungen zu helfen. In zahlreichen Studien sei nachgewiesen worden, dass auch die Schmerzverarbeitung mit Hypnose verbessert werden könne, berichtete Professor Walter Bongartz von der Universität Konstanz bei der MEG-Tagung. Dort diskutierten rund 700 Ärzte, Psychologen und Studenten über die Anwendungsgebiete der Hypnose für therapeutische Zwecke.

Bei Geburten sei Hypnose bislang viel zu wenig genutzt worden, meinte Psychologin Lorenz-Wallacher. Die MEG will nun in einem gemeinsamen Projekt mit der Knappschafts-Klinik in Püttlingen zusammenarbeiten. Dort sollen in wenigen Monaten Frauen unter Einsatz von Selbsthypnose ihre Kinder bekommen. Die Frauen, die solche entspannenden Methoden gelernt haben, machten dabei gleichsam "eine Reise nach innen", bei der positive Vorstellungen und Bilder in den Vordergrund rückten. "Mit der Hypnose kann auch die Dauer der Geburt vor allem bei Erstgebärenden verkürzt werden", sagte Lorenz- Wallacher. Der Kontakt der Frauen zum Arzt und zur Hebamme gingen dabei nicht verloren.

Abgesehen vom Einsatz bei Schwangeren wird immer wieder diskutiert, welche Gefahren der Manipulation bei Hypnose bestehen. Der MEG-Vorsitzende Bernhard Trenkle hält es für unmöglich, dass einem Menschen einfach suggeriert werden könne, etwa ein Verbrechen zu begehen. Dazu sei ein längerer Prozess der Beeinflussung notwendig wie er etwa in Sekten angewandt werde. Wie Psychologe Walter Bongartz erklärte, soll es auch in der Trance einen "inneren Wächter" geben, "der sagt, hier passiert was Falsches". Solange die Hypnose dazu dient, dem Patienten zu helfen, und ein klarer Auftrag besteht, treten der MEG zu Folge kaum negative Folgen auf.

Für unseriös und gefährlich halten Psychologen die Show-Hypnosen. Die MEG sprach sich deshalb für ein Verbot dieser Veranstaltungen aus, die enormen Zulauf hätten. Wie Marionetten führten Freiwillige bei Bühnen-Hypnosen in Discotheken Befehle zur Belustigung des Publikums aus. "Ich rate jedem ab, da mitzumachen", sagte MEG- Vorsitzender Trenkle. Die Hypnotisierten könnten traumatische Situationen durchleben und danach psychische Probleme bekommen. "Bühne-Hypnose ist grober Unfug", kritisierte ein Psychologe der Milton Erickson Gesellschaft.

Goslarsche Zeitung“, 21. Nov 2001


 

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